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Jugend ohne Gott - Ödön von Horvath - 2.Version - Referat



Ödön von Horvàth
Jugend ohne Gott

Ödön von Horvàth:
09.12.1901 in Susăk (Ungarn)
† 01.06.1938 in Paris (Frankreich)
11 Umzüge 1902-1933
1930 Austritt aus katholische Kirche
1933 Verbot seiner Theaterstücke in Deutschland
1935 Übersiedlung nach Wien
1936 Entzug der Aufenthaltsberechtigung im Deutschen Reich
1938 nach Besetzung Österreich: Flucht

Inhalt:
Der Lehrer unterrichtet in der Zeit des faschistischen Regimes eine reine Buben Klasse aus 26 Schülern zwischen etwa vierzehn und fünfzehn Jahren. Der Lehrer sieht diese Jugend schon verloren, weil alles Denken in ihnen verhasst ist. Dieses bekommt der Lehrer auch zu spüren als er einen Aufsatz kritisiert, in dem der Satz "Alle Neger sind hinterlistig feig und faul" steht.

Während der Osterferien wird die Klasse in einer Art militärisches Lager geschickt. Als der Lehrer in der Nacht die Aufmerksamkeit des Wachdienstes überprüft, macht er eine seltsame Beobachtung. Ein unbekannter Junge übergibt dem wachenden Schüler Z einen Brief. Der Lehrer will den Brief unbedingt lesen und bricht am nächsten Tag, als die Schüler nicht da sind, das Kästchen des Schülers Z auf um den Brief zu lesen. Der Lehrer liest nicht nur den Brief sondern auch das Tagebuch des Schülers. Doch beim Schließen des Kästchen wird das Schloss kaputt. Als der Z das bemerkt, verdächtigt er sofort seinen Schulkollegen den N. Bei einer Übung kehrt der N nicht mehr zurück und wird am letzten Tag tot aufgefunden. Der Z gesteht den Mord.
Im Prozess behauptet der Verteidiger, dass der Z ein Mädchen mit dem Namen Eva versucht zu decken. Der Lehrer, der als Zeuge ins Gericht gebeten wird, gesteht dass er das Kästchen aufgebrochen hat, obwohl er weiß dass er dadurch seine Arbeit verliert. Eva erzählt dem Gericht, dass nicht sie es war, der den Z erschlagen hatte, sondern ein unbekannter Junge, der wie ein Fisch aussah. Als der Lehrer das hörte, fällt ihm nur einer ein, zu dem diese Beschreibung passen kann: den Schüler T. Der Lehrer glaubt dem Mädchen und setzt sich das Ziel, den T zu überführen. Doch schließen begeht der T Selbstmord und hinterlässt einen Zettel auf dem er die gesteht, dass er den N erschlagen hat.

Motive:
Gott, Fisch, Augen, Tod, Plebejer

Besonderheiten:
Ich-Erzähler mit einfacher Sprache → erinnert an Tagebuchform
Kapitelüberschriften sind am Ende der Kapitel mit eingebunden

– Schüler werden nicht mit Namen angesprochen → unwichtig

„Ein kleines Buch empfehle ich Ihnen, eine Erzählung Jugend ohne Gott von Horvàth. Sie ist großartig und schneidet quer durch den moralischen Weltzustand von heute.“
Herman Hesse 1938 an Alfred Kubin

Ödön von Horvàth

* 09.12.1901 in Sušak (Ungarn)
† 01.06.1938 in Paris (Frankreich)
1902-1933 Umzüge nach Belgrad→ Budapest→ München→ Pressburg→ Budapest→ Wien→ München→ Murnau→ Berlin→ Murnau→ Berlin
1930 Austritt aus der katholischen Kirche
1935 Übersiedlung nach Wien
1936 Entzug der Aufenthaltsberechtigung im Deutschen Reich
1938 Emigration

Wichtige Werke: - Sportmärchen (1924)
- Zur schönen Aussicht (1926)
- Glaube Liebe Hoffnung (1932)
- Der ewige Spießer (1930)
- Jugend ohne Gott (1937)

Jugend
ohne Gott

1937 in Amsterdam veröffentlicht
1938 „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“
44 Kapitel
4 Sinnabschnitte:
In der Schule
Das „Ferienlager“
Der Prozess
Aufklärung des Mordes

Inhalt

In der Schule
Korrigieren von Aufsätzen (von Behörden vorgegebenes Thema)
Kampfschlichtung
Konflikt mit Eltern
Gespräch mit dem Direktor
Brief von der Klasse
Lehrer wird von Schülern bespitzelt
Gespräch mit Julius Caesar

Das „Ferienlager“
Beobachtung eines Überfalls
Besuch beim Dorfpfarrer
Überprüfung der Wache
Lesen von Zs Tagebuch
Beobachtung von Z und Eva
N erschlagen aufgefunden
Z gesteht Mord

Der Prozess
Z deckt Eva
Lehrer gesteht Wahrheit
Eva berichtet von Fremden, der N erschlagen hat
→ Z kommt frei
→ Anklage gegen Eva

Aufklärung des Mordes
Gespräch mit T
Besuch vom B (Klub)
Besuch vom Dorfpfarrer → Angebot einer Stelle in Afrika
Aufsuchen von Ts Eltern → Antreffen von T
Selbstmord T → Abschiedsbrief
Aufbruch nach Afrika

Personen

Lehrer (Hauptperson und Erzähler)
T (Schüler)
N (Schüler)
Z (Schüler)
B und der Klub

Lehrer zu Beginn

Opportunist → will berufliche Existenz nicht gefährden
Unzufrieden mit seinem Beruf
Abneigung gegen Nazis
feige
Beobachter
Skeptiker und Atheist
Werte: materielle Sicherheit, Ruhe, Pensionsberechtigung
→ Kleinbürgertum, Spießbürgertum, unzufrieden

Lehrer zum Ende

Kämpfer, Rächer vertritt seine Überzeugung
Gläubiger
Werte: Gerechtigkeit, Wahrheit, Verantwortungsbereitschaft
→ Außenseiter, glücklich

T

wohlhabend
höflich
still
wissbegierig (besonders Thema Tod)
„Fischaugen“
Selbstmord → ängstlich, labil, feige (keine Konsequenzen)

N

Vater Bäckermeister → Kleinbürgertum
Vorzeige Nazi (kein selbstständiges Denken)
→ Opfer vom T
→ Opfer des politischen Systems

Z

unauffällig
unsicher, leicht zu beeinflussen
unberrechenbar
aggressiv
Tagebuch → denkt über sich und das Regime nach
Beschützer
Im Gericht: - vernachlässigt
- naiv

B und der Klub

Stimmen dem Lehrer zu
Regimegegner

Themen und Motive

Gott
Gegenmotiv zum Faschismus und Feigheit des Lehrers
Religiöser Gott
Strafender Gott
Biblische Anspielungen und Motive : „Sündflut“,
„Adam und Eva“
Titel: Gott als Synonym für Selbsständigkeit, Wahrheit, Gewissen eines Einzelnen, Gerechtigkeitsempfinden
→ Kontrast zu dem Zeitgeist
→ J.W von Goethe, Faust

Fisch
Zeitalter des Fisches → nationalsozialistische Ära

Augen
Spiegel der Gedanken und Gefühle
„Fischaugen“ → nationalsozialistische Sicht
→ E.T.A Hofmann, Der Sandmann

Tod
Mord an N
Selbstmord T
Ts Faszination
→ Goethe, Faust; Büchner, Woyzeck; Hauptmann, Bahnwärter Thiel

Plebejer
Oberplebejer = gesellschaftliche Schicht, durch Reichtum an Macht gekommen
→ NSDAP = Partei des Mittelsstand, durch Großkapital unterstüzt

Besonderheiten

Ich-Erzähler
Einfache Sprache
Tagebuchform
Dialoge und Selbstgespräche
Kapitelüberschriften werden am Ende des Kapitels
wiederholt
Schüler werden nicht mit Namen angesprochen


“Ich habe nur zwei Dinge, gegen die ich schreibe, das ist die Dummheit und die Lüge. Und zwei wofür ich eintrete, das ist die Vernunft und die Aufrichtigkeit.”
Ödön von Horvàth (1932)

Quellen


Lektürenschlüssel Jugend ohne Gott, Ödön von Harvàth. Reclam, 2006
http://www.e-hausaufgaben.de/Hausaufgaben/D279-Horvath-Oedoen-von-Jugend-ohne-Gott-Inhaltsangabe-Interpretation.php (Stand 29.11.2014)
http://www.schultreff.de/referate/deutsch/r0604t00.htm (Stand 29.11.2014)
http://is.muni.cz/th/74770/ff_b/BAKALAR.pdf (Stand 29.11.2014)
http://www.horvath-gesellschaft.de/biographie.php (Stand 29.11.2014)
http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/horvath.htm#leben (Stand 29.11.2014)
http://www.democraticunion.eu/wp-content/uploads/2013/12/%C3%96d%C3%B6n_von_Horv%C3%A1th1.jpg (Stand 29.11.2014)





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